NEWS





WOLFGANG BECKSTEINER
Die neue Strichlichkeit

28. März - 27. April 2019


 

Erst unlängst hat Wolfgang Becksteiner ein Kreuz in der Leechkirche in Graz aufgehängt, dessen Linearität zwischen Licht und Schatten hoch oben auf der Westempore Raum nimmt. Zwischen realem Strich und abstrakter Geste verweist es als sakrales Symbol auf etwas Höheres. „Als der Strich begann den Raum für sich zu entdecken“ heißt eine andere Arbeit, die ebenfalls für eine neue Leichtigkeit im Raum steht, die sich in ambivalenter Weise auch in diesem in der Kirche permanent zugänglichen Werk wiederfindet.
Konsequent setzt Wolfgang Becksteiner diesen in seinem Werk relativ jungen Umgang mit dem Strich fort. Sachlich und präzise formuliert er Skulpturen, die als Zeichnungen im Raum das Weiß der Wand dahinter großzügig als Malgrund nutzen, im Prinzip durch ihre Reduktion aufs Wesentliche erst im Freiraum um sie ihre Wirkung voll entfalten. Die neuen Werke der Serie Eck-side[ði ˈɛk-saɪd] arbeiten gegen den euklidischen Raum, besetzen seine Ecken, rücken sie ins Rampenlicht, um sie gleichsam aufzulösen. Die „Dreistrichlichkeit“ zeigt erneut das humorvolle Sprachspiel, das die drei Dimensionen aufgreift und in den neuesten Arbeiten weiträumig hoch hinausragen, oder sich zu einem Liniennetz verdichten.
Der Strich hat in der galerie Galerie nun engültig den Raum erobert.
(Dr. Monika Holzer-Kernbichler, Leiterin Kunstvermittlung, Kunsthaus Graz und Neue Galerie Graz)



 





E-Mail
Anruf
Instagram